Samstag, 29. Januar 2011

Mein wunderbarer Waschsalon

Homosexualität, politisch motivierte Gewalt und Ausländerfeindlichkeit: Der Film plädiert durch die Darstellung sozialer Spannungen mit viel Poesie und bissigem Humor für eine humane und tolerante Gesellschaft. Unaufdringlich und mit feinem Blick präsentiert der britische Regisseur Stephen Frears mit seinem Film eine der populärsten und salzigsten Satiren auf das England der Thatcher-Jahre und zeigt, was es heißen kann, als Ausländer im Großbritannien dieser politischen Ära zu leben. Der Schauspieler Daniel Day Lewis sorgte mit seiner Darstellung des arbeitslosen Johnny für Aufsehen, nicht zuletzt, weil er fast zeitgleich in einer völlig anderen Rolle in "Zimmer mit Aussicht" überzeugte. Die erotischen Szenen wurden dezent und unaufdringlich eingeflochten, eine der romantischsten Schwulengeschichten des Kinos der 80er.


Dienstag, 25. Januar 2011

Männer Al Dente - Mine Vaganti

Mit dem Film Männer al Dente erzählt der grossartige türkisch-italienische Filmemacher und Regisseur Ferzan Ozpetek eine heitere, aber tiefgründige Familiengeschichte, die dem Zuschauer einen tiefen Blick hinter die Fassade der italienischen Großbürgerlichkeit gestattet. Dies macht er dann auch im Stil und mit dem ganz eigenen Charme der üblichen italienischen Komödien, und natürlich auch mit Bedienung typisch italienischer Klischees. Der Unterschied zu vielen anderen italienischen Produktionen: Die Söhne des Patriarchen sind hier keine kernigen Machos, sondern aufgrund ihrer homosexuellen Veranlagung für das Familienoberhaupt der Supergau schlechthin, der unweigerlich zu absoluter Familienschande und Dorftratsch führt. Grandiose Schauspieler und ein überaus liebevoll zusammengestellter Soundtrack machen diesen Film komplett.


Freitag, 21. Januar 2011

Shelter ( OmU )

Der Film kommt ganz ohne Klischees aus und der Bewusstwerdungsprozess eines heran- reifenden, gleichgeschlechtlich orientierten jungen Mannes und die damit verbundenen Probleme werden auf eine so natürliche Art erzählt, dass man unwillkürlich mit fiebern muss - eine fast schon selbstverständliche Erzählung und der Film schafft es derart tief zu gehen, dass man den Protagonisten ohne Vorbehalte nur das Beste wünschen möchte. Untermalt wird das ganze vor einer Postkarten-Idylle des kalifornischen Surfer-Mekkas Venice Beach. Auszeichnungen: Dallas Out Takes 2007: Best Actor Trevor Wright / Glaad Media Award USA 2009 / Special Award USA 2007 Jonah Markowitz / Seattle Lesbian & Gay Film Festival: Audience Award, Best New Director, Favorite Feature Film


Mittwoch, 19. Januar 2011

Before Night Falls - Bevor es Nacht wird

Before Night Falls ist eine US-amerikanische Filmbiografie, die auf dem autobiografischen Roman des kubanischen Schriftstellers und Dichters Reinaldo Arenas basiert. Regie führte New Yorker Maler und Künstler Julian Schnabel, der auch neben  Cunningham O'Keefe und Lázaro Gómez Carriles am Drehbuch beteilig war. Schnabel erzählt sehr einfühlsam in wunderbaren Bildern vor dem Hintergrund der kubanischen Revolution die Geschichte Reinaldo Arenas, von seinem ersten und einzigen Bucherfolg in Kuba, seiner Verfolgung als Dissident und Homosexueller, seiner Inhaftierung, des schließlichen Exils in den USA bis zu seinem Selbstmord in Krankheit, Ein ganz besonderes "Schmankerl" ist ein kurzer Gastauftritt von Johnny Depp als Transvestit "Bon Bon". Hauptdarsteller Javier Bardem wurde im Jahr 2001 für die Filmpreise Oscar, Golden Globe und etliche andere Preise nominiert. Der Film gewann vier Preise der Filmfestspiele von Venedig 2000

Sonntag, 16. Januar 2011

Vier Fenster

Der Film "Vier Fenster" zeichnet ein erschreckend lebensnahes und fesselndes Psychogramm einer vierköpfigen Berliner Kleinfamilie, und liefert dabei recht beklemmende Einsichten, auch in die intimsten Geheimnisse der vier Hauptfiguren. Regisseur Christian Moris Müller und Kameramann Jürgen Jürges, der schon mit Fassbinder drehte, vermitteln in teils quälend langen Einstellungen und Dialogpausen die sprachlose Hilflosigkeit der vier Protagonisten, die sich im Grunde völlig auseinandergelebt haben und dennoch unsichtbar miteinander verbunden sind. Dabei wird auf ernüchternde Weise ihre Isolation in ihrer Gemeinschaft deutlich. Der Abschlussfilm Christian Moris Müllers an der Hochschule für Film und Fernsehen München wurde in Saarbrücken in der Sparte "neuer, innovativer Film" ausgezeichnet.

Montag, 10. Januar 2011

Reich mir deine Hand

Trotz deutlicher Längen hält dieser Film auch ein paar Überraschungen bereit. So beginnt der Film des französischen Filmemachers Pascal-Alex Vincent über die Hassliebe der 18-jährigen Zwilligsbrüder Antoine und Quentin mit einer Anime-Sequenz, die den Anfang einer Reise der beiden von Nordfrankreich nach Spanien beschreibt, wo sie an der Beerdigung ihrer Mutter teilnehmen .So sehr sie sich äusserlich gleichen, so grundverschieden sind sie aber auch in ihrem Wesen, was zu gegenseitigen Provokationen und heftigen Aggressions-ausbrüchen führt. Sie sind auf der Suche – nach Liebe, nach Orientierung, nach dem Leben und nach sich selbst. Regisseur Vincent orientiert sich an amerikanischen Filmen der 70er Jahre und lässt die Handlung wie viele dieser „New Hollywood“-Filme auf der Straße stattfinden.

Sonntag, 9. Januar 2011

Solange du hier bist

Regisseur Stefan Westerwelle ist es gelungen mit recht kleinem Budget einen atmosphärisch dichten und überzeugenden Film zu schafffen, der das triste Leben eines alternden Schwulen zeigt, welcher noch immer auf der Suche nach etwas Nähe und Zuneigung ist, und dabei die Dienste eines gutaussehenden, jungen Callboys in Anspruch nimmt. Westerwelle hat seinen Film mit grossartigen Schauspielern besetzt, die das Thema äusserst glaubwürdig vermitteln. Er spielt zudem mit stilistischen Mitteln, die teilweise bedrückend die Emotionen wie die Einsamkeit der beiden Hauptfiguren widerspiegeln. So spielt sich die Handlung des Films in einer Altbauwohnung ab, die im Stil der 60ger Jahre eingerichtet ist. Der Film bietet eindringliche Bilder, Emotionen und Erotik, und wurde mit dem deutschen Filmpreis 'Lola' ausgezeichnet

Freitag, 7. Januar 2011

To Wong Foo, Thanks for Everything!

Eine herrliche, witzige und unterhaltsame Travestie-Komödie um drei "Drag-Queens" mit hochkarätiger Besetzung. Diesem Film gelingt das Kunststück Transvestiten in einer Mixtur aus Witz, Romantik und Drama so darzustellen, dass sie beim Zuschauer absolut sympatisch und liebenswert ankommen, was nicht zuletzt auch den grossartigen Leistungen der drei Hauptdarsteller Wesley Snipes (Miss Noxeema Jackson), Patrick Swayze (Miss Vida Boheme) und John Leguizamo (Miss Chi Chi Rodriguez, "kleiner Latino-Bengel im Fummel) zu verdanken ist. Wer Swayze und Snipes aus knallharten Actionfilmen kennt wird wohl kaum glauben wollen, wie aus solchen "Machos" mit der passenden Garderobe und ein wenig Schminke im nu recht ansehnliche "Damen" werden. Nicht übel ist auch der "groovige" Soundtrack, u.a. mit Songs von Chaka Khan, The Commodores und Patti LaBelle.

Dienstag, 4. Januar 2011

Die erste Liebe - Beautiful Thing

Mit "Beautiful Thing" inszeniert Regisseurin Hettie MacDonald auf ungewöhnlich sensible und einfühlsame Weise die Coming-Out-Geschichte zweier Jungs aus einer Plattenbausiedlung am Rande Londons. Der Film, der auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Jonathan Harvey, basiert, welches am 28. Juli 1993 im Londoner Bush Theatre uraufgeführt wurde, kommt dabei völlig ohne Bedienung der gängigen Klischees aus. Beautiful Thing beschreibt die behutsame Annäherung und das Erleben der ersten Liebe zweier schwuler Jugendlicher derart einfühlsam, dass auch der nichtschwule Zuschauer voll in seinen Bann gezogen wird. Wer nicht völlig gefühlskalt ist, dem sei geraten sich eine Box mit Taschentüchern bereitzustellen .Zudem besticht der Film durch die unglaubliche Leistung der beiden süssen, jugendlichen Hauptdarsteller.

Sonntag, 2. Januar 2011

...und das Leben geht weiter

Dieser Film behandelt die Entdeckung des HIV-Virus in den frühen neunziger Jahren. In einer Art "halbdokumentarischerm Spielfilm" zeigt Regisseur Roger Spottiswoode sowohl die anfängliche Ratlosigkeit gegenüber der neuen "Schwulenpest", die sich in der Schwulenszene Amerikas rasch ausbreitet, als auch einzelne Schiksale von Betroffenen, sowie den Kampf eines engagierten Forscherteams gegen die Ignoranz und  die Gleichgültigkeit der Politiker unter Präsident Reagan, die den "Schwulen-krebs" lieber totschweigen, und den Forschungsetat der Gesundheitsbehörden zugunsten anderer Interessen massiv kürzen. Der Film hat eine hochkarätige Besetzung, die durch Auftritte von Richard Gere, Anjelica Huston, Steve Martin und  Phil Collins noch weiter aufgewertet wird. 1994 gewann der Film drei "Emmy's".