Samstag, 26. März 2011

Straight

"Straight" ist das Erstlingswerk des Regisseurs und Drehbuchautors Nicolas Flessa, und als solches ein typischer Independentfilm. Die Low-Budget-Produktion ist eine Bi-schwule Dreiecksgeschichte. vor dem Berliner Multi-Kulti-Hintergrund. Leider wurde bei der Tonqualität ärgerlicher Weise ziemlich "geschlampt". So sind stellenweise die Darsteller kaum zu verstehen. Sehr schade, denn an den schauspielerischen Leistungen von Florian Sonnefeld und Beba Ebner ist absolut nichts auszusetzen, und vor allem der gutaussehende Eralp Uzun glänzt in der Rolle des Macho-Türken und Gelegenheitsdealers Akin. Dies und die Geschichte selbst lassen uber die qualitativen Mängel hinwegsehen.


Dienstag, 22. März 2011

Lattenknaller - Männer wie wir

"Männer wie wir" ist eine unverkrampfte und spritzige und Komödie die gründlich mit dem Klische aufräumt Fussball wäre ein reiner Macho-Sport. Dieser Film knackt in amüsanter Weise die letzte Bastion der "echten Männer", den "Heten-Sport" Fussball, der jedes Wochenende Millionen stoppelbärtiger, gröhlender Kerle in die Stadien lockt. Dabei wird spielerisch nahezu jedes Klische verwurstet welches auf der einen wie der anderen Seite existiert. Gleichzeitig zeigt dieser Film aber auch das wahre Leben und viel Gefühl. Umwerfende Situationskomik, eine stimmige Handlung, tiefgehende emotionale Ansprache und eine glänzende Besetzung bis in die Nebenrollen machen diesen Film zu einem vergnüglichen Genuss, der einem noch lange in Erinnerung bleibt.

Sonntag, 20. März 2011

Maurice

Diese Litheraturverfilmung von James Ivory nach dem gleichnahmigen Roman von E.M. Foster zählt wohl mit zu den mitreissendsten und anrührendsten Filmen des schwulen Kinos. Besetzung, Ausstattung, Musik, Inszenierung, alles passt perfekt zusammen und machen diesen Film zu einem Meisterwerk der Filmkunst. Die hervorragenden Leistungen der Darsteller, allen voran James Wilby und Hugh Grant in einer seiner ersten Filmrollen tun ihr übriges. "Maurice" ist eine herzzerreissende und rührende Liebesgeschichte zweier Männer im England des vorletzten Jahrhunderts, zu einer Zeit als Homosexualität gesellschaftlich noch geächtet war und mit Zuchthaus bestraft wurde. Ein Film der nicht nur dem schwulen Zuschauer tief unter die Haut geht und noch lange in Erinnerung bleibt.

Freitag, 18. März 2011

Shortbus

"Shortbus" ist in jeder Hinsicht ein ganz aussergewöhnlicher Film über die Suche von uns allen nach Zweisamkeit und dem bisschen Glück, das man in den Armen eines anderen finden kann. Wer diesen Film sieht käme niemals auf den Gedanken dass es sich dabei um eine Low-Budget-Produktion handelt, die auf 16mm gedreht wurde. John Cameron Mitchel verwendet in seinem  Film auch einige Hardcoreszenen, die jedoch keineswegs platt und sexistisch wirken.  Im Gegenteil. Mitchell hat die Darsteller nach ihren persönlichen Vorlieben gecastet und sie dementsprechend charakterlich gezeichnet. So wirken die Hardcoreszenen auch in keiner Weise erzwungen, sondern recht authentisch und natürlich. Die Darsteller sind sehr überzeugend und um Realismus bemüht. "Shortbus" ist ein aufrichtiger, ein guter Film - nur prüde sollte man nicht sein, wenn man ihn sehen will.

Sonntag, 13. März 2011

Wiedersehen mit Brideshead

"Wiedersehen mit Brideshead" ist eine opulente Adaption eines der erfolgreichsten britischen Romane des 20. Jahrhunderts. Mit einer hochkarätigen Starbesetzung erzählt Regisseur Julian Jarrold, der in Sachen Litheratur-verfilmung kein unbeschriebenes Blatt ist, von verbotener Liebe und dem Verlust der Unschuld. Hervorragend in Szene gesetzt kann man nach Herzenslust in traumhaft schönen Bildern schwelgen, aber auch die schauspielerischen Leistungen der Darsteller (Emma Thompson, Michael Gambon, Matthew Goode, Ben Wishaw)  lassen nichts zu wünschen übrig. Betörende, schwelgerische Landschafts- und Kostümbilder runden diesen Film ab, der beim Internationalen Filmfestival in Locarno 2008 als Eröffnungsfilm gezeigt und mit dem Prädikat "besonders wertvoll" ausgezeichnet wurde.

Donnerstag, 10. März 2011

Loggerheads - OmU

Mit "Loggerheads" erzählt Regisseur und Drehbuchautor Tim Kirkman eine tief unter die Haut gehende Familiengeschichte vor der Kulsse der idyllischen Kleinstadt von Kure Beach, North Carolina. Dem Regisseur gelingt es dabei auf anrührende Weise, die Schicksale der drei Hauptfiguren unabhängig voneinander zu schildern und auch die Fehlentscheidungen zu thematisieren, die ihr jeweiliges Leben in den vergangenen Jahren bestimmt haben. Kirkman und sein deutscher Kameramann Oliver Bokelberg finden eine ganze Reihe eindrucksvoller Einstellungen zur Bebilderung dieser Lebensgeschichten. Untermalt werden die starken Sequenzen von den melancholisch-anrührenden Stücken der Folk-Sängerin Patty Griffin und des Scorekomponisten Mark Geary.. Loggerheads wurde auf einigen Festivals präsentiert und gewann dreimal den Preis für den besten Spielfilm.

Mittwoch, 9. März 2011

Gefangen - Eine Liebe hinter Gittern

Diesen Film drehte Regisseur Jörg Andreas im Jahr 2003 in einem leerstehenden Gefängnis in Neustrelitz - Mecklenburg- Vorpommern. Produziert wurde der Streifen von Cazzo Film, einer bekannten Berliner Produktionsfirma für schwule Pornos, die von Jörg Andreas mitgegründet wurde. Da wundert es auch nicht dass in "Gefangen" trotz der FSK-16 Freigabe einige ungewöhnlich freizügige Szenen enthalten sind. So ist dieser Film dann auch eher ein Softporno als ein Spielfim. Die Akteure sind fast auschliesslich Laien- oder Pornodarsteller. Geboten wird vor allem viel nackte Haut, während die schauspielerischen Leistungen der Darsteller nicht so recht überzeugen mögen. Wem es mehr um das "visuelle" als um schlüssige Handlung oder darstellerische Qualität geht kommt dennoch auf seine Kosten.


Dienstag, 8. März 2011

Edge Of Seventeen - Sommer der Entscheidung

Edge Of Seventeen ist ein wunderschönes Coming-Out-Movie das uns in die turbulenten 80ger Jahre entführt mit allem was zu der Zeit angesagt war. Ein liebevoll zusammengestellter Soundtrack mit den Eurythmics und Bronski Beat unterstützt dieses 80ger-Feeling. Man kann sich leicht mit den Figuren dieses Films identifizieren und fühlt richtig mit. Der Film wäre eigentlich ein Hochgenuss, wäre da nicht die grottenschlechte deutsche Synchronisation. Die Synchronstimmen passen absolut nicht zu den Figuren, wirken total aufgesetzt und wesentlich älter als die Darsteller. Vermag der Zuschauer dies auszublenden, was dem einen oder anderen aufgrund des überaus sympatischen Hauptdarstellers sicher gelingt, so kann man diesen Film dennoch geniessen. Aus diesem Grund gibt es die Links für diesen Film erstmals auch für die englische Orginalfassung.

Samstag, 5. März 2011

The Hanging Garden

Thom Fitzgerald, der diesen Film bereits 1997 gedreht hat, verwebt die narrativen Elemente der Rückblenden, die William in Form von Erinnerungen und Träumen im Kreise seiner Familie durchlebt, mit dem aktuellen Erzählstrang. Die Anfänge von Williams Homosexualität werden auf witzig, schöne, eigenartige Weise erzählt: Fletcher gibt William durch seine homosexuelle Neugier ein grundlegendes Gefühl von körperlicher, freundschaftlich geprägter Angezogenheit und ist für ihn daher viel "natürlicher" und daher reizvoller als der von der Mutter verordnete Sex mit der Nachbarin. Fitzgerald erzählt eine wichtige Geschichte über die großen Themen und seine Figuren tragen sehr viel zu ihrem Gelingen bei. Eine Familientragödie, die von der Notwendigkeit der Loslösung vom familiären Kern erzählt.