Mittwoch, 27. April 2011

Beautiful Boxer

"Beautiful Boxer" basiert auf einer wahre Geschichte. Der Film erzählt sie mit den klassischen Mitteln des Boxerdramas la "Rocky". Die Initiation, in der der Held seine Begabung erkennt, Ausbildung, Verbesserung und wachsender Erfolg, die Krise, in der das neue Selbstbild und das wahre Ich der Hauptfigur in Konflikt geraten, Überwindung der Krise durch einen "großen Kampf" und Erlösung durch Befreiung zum Ich. Dabei besitzt der Film viele leise Momente, er ist klug und eindringlich inszeniert, und lebt von einem großartigen Hauptdarsteller. Dabei bedient der Film bei all seinen Stärken, trotzdem auch ein Stück vom etwas verzerrten Bild, das man im Westen offenbar vom thailändischen Kino hat. Denn immer wieder finden in europäische Festivals Filme aus Thailand Eingang, in denen die klaren heterosexuellen Geschlechtergrenzen verschwimmen.

Donnerstag, 21. April 2011

Meeresfrüchte - Crustacés et coquillages

Die Regisseure Ducastel und Martineau haben zuvor schon bei Projekten wie Felix und Mein wahres Leben in der Provinz zusammengearbeitet, die immer das Schwulsein in den Mittelpunkt stellten. In gewisser Hinsicht ist auch Meeresfrüchte ein schwuler Film. Dennoch geht es nicht vordergründig, wie sonst bei dem Regiepaar, um homosexuelle Identität oder Selbstbehauptung. Dieses Mal haben sie eine Komödie gedreht. Schwulsein ist nur eine unter mehreren frei wählbaren Möglichkeiten, mit der alle Beteiligten am Schluss weitaus weniger Probleme haben als es außerhalb eines so charmanten Films wohl möglich wäre. Sex bestimmt die gesamte Handlung, nicht nur das darüber Reden sondern auch das Tun, und weil es sich um eine Komödie handelt, ist der Sex Quelle von Fröhlichkeit und Lachen.

Sonntag, 17. April 2011

Garcon Stupide - Dummer Junge (OmU)

Das Spielfilmdebüt des Schweizerischen Filmemachers Lionel Baier ist ein gewagtes, aber gelungenes Experiment zwischen Spielfilm und Dokumentation, das mit verschiedenen Ebenen, Realitäten und Erzählhaltungen spielt. Dabei bedient sich Baier in einigen Szenen, in denen die Hauptfigur Loïc seinen Obsessionen fröhnt, der Split-Screen-Technik, die man von Filmen wie etwa Woodstock kennt. Eigentlich hatte Regisseur Lionel Baier das Projekt nach 14-monatiger Arbeit am Drehbuch schon aufgegeben, doch hatte der grossartige Hauptdarsteller Pierre Chatagny, der die Sexszenen herrlich unverkrampft und authentisch spielt, ihm dermaßen imponiert daß er beschloss das Projekt wiederzubeleben. Entstanden ist eine bewegende und provokante Geschichte über einen Jungen, der sich hinter seinen sexuellen Exzessen vor dem Leben versteckt.

Mittwoch, 13. April 2011

Dorian Blues

Dorian Blues ist eine freche Komödie über die Schwierigkeiten des Coming-Out mit all seinen Hürden, von der anfänglichen Unsicherheit bis zur ersten Liebe, und spielt in der Umgebung einer spießigen, amerikanischen Kleinstadt. Die Hauptfigur Dorian ist dabei Außenseiter inmitten eines scheinbar normalen, in Wirklichkeit aber äußerst neurotischen Umfelds. Der Regisseur und Drehbuchautor Tennyson Bardwell inszeniert dieses Thema mit einer gekonnten Mischung aus ernstem Hintergrund und einer leichten, aber niemals oberflächlichen Herangehensweise. Eine der Stärken dieses Films ist sicherlich die über weite Strecken gut funktionierende Situationskomik.  Dorian Blues erntete bei zahlreichen kleineren Festivals in den USA begeisterte Zustimmung und konnte etliche Preise einheimsen. Wahres Independent-Kino der unbekümmerten Art.

Freitag, 8. April 2011

Priscilla - Königin der Wüste

Diese Travestie-Komödie hat alles was ein Film haben muß, eine gute Geschichte, tolle Bilder, grandiose Kostüme, ein super Soundtrack und klasse Schauspieler. Mit diesem Film hatten die Schauspieler Hugo Weaving (bekannt aus Matrix, er spielt dort das Programm Smith) und Guy Pearce ( bekannt aus Memento / L.A. Confidential ) ihren Durchbruch. Besonders hervorzuheben sind die tollen Kostüme der drei Drag Quenns im Film, die mit einem Oscar prämiert wurden. Auch ein Highlight ist der Soundtrack. Er beginnt in den 30ern und geht bis zu CeCe Peniston´s "Finally", welches seiner Zeit neu herauskam. Eine interessante Geschichte zum Film: Am Abend nach dem "11. September" hatte man brutale Filme aus dem Programm genommen. Sender auf der ganzen Welt wollten "Stirb langsam" zeigen. "Priscilla" wurde in dieser Nacht der Ersatzfilm überhaupt.