Sonntag, 31. Juli 2011

Prayers for Bobby

Prayers for Bobby behandelt Homosexualität, Toleranz und Intoleranz, und die aus fundamentalistischer Religiösität resultierende Homophobie mit dem nötigen Respekt, und basiert auf der wahren Geschichte von Bobby Griffith, eines 20-jährigen Mannes aus Walnut Creek, einer Vorstadt von San Francisco in Kalifornien. Prayers for Bobby“ verursacht eine Gänsehaut, denn auch wenn sie die tragische Geschichte Anfang der 80er Jahre zugetragen hat, so ist sie leider auch heute noch aktuell, denn ob in den USA oder in Deutschland, noch immer gibt es Bemühungen Schwule zu „heilen“; ihnen einzureden, ihr Leben und ihre Liebe sei eine Fehler. Und noch immer gibt es Eltern, die ihren Kindern derartiges zumuten; Eltern, die ihre Kinder zwar lieben, aber nicht so, wie sie sind.

Dienstag, 26. Juli 2011

Save Me ( OmU )

Regisseur Robert Cary geht in diesem Film das Thema Homosexualität von einer anderen, weitgehend unbekannten Seite an. Der Film spielt in einem christlichen Umerziehungslager, in dem Homosexuelle von ihren sündhaften Neigungen "geheilt" werden sollen. Jeder Charakter in diesem Film hat seine Konflikte, mit denen umzugehen er lernen muss. Das macht das Bild vielschichtig und menschlich. In Save Me wird weniger Fokus auf das Umerziehungsprogramm als auf die persönlichen Zwiespalte gelegt. Das spiegelt sich in den abwechselnden Therapieszenen wider, in denen die unterschiedlichen Gefühle der Männer geäußert werden. Des Weiteren handelt der Film nicht von Teenagern, sondern von selbstbestimmten und gar nicht mal so hübschen Erwachsenen, was ebenfalls etwas eher untypisch für das Queer Cinema ist.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Der Masseur ( OmU )

Nach zwanzig Jahren als Produktionsdesigner für Werbeclips debütierte der Filipino Brillante Mendoza 2005 mit dieser in acht Tagen gedrehten Videoproduktion - heute ist er ein vielfach preisgekrönter Star des internationalen Autorenkinos (u. a. 2009 Regiepreis in Cannes für "Kinatay"). Sein Frühwerk erzählt vom jungen Iliac (Coco Martin), der sich in einem Massagesalon für Schwule prostituiert. Iliacs Arbeitsalltag wird mit den Erlebnissen rund um den Tod seines Vaters kontrastiert. Um diese Gegensätze zwischen Tod und Sexualität, um Rituale, gegensätzliche Gefühlslagen und um die Widersprüche in Iliacs Leben geht es Mendoza. Wobei sein Film ganz von der Inszenierung lebt, Kamera und Bildkomposition sind superb. Eine Handlung oder Charaktere sucht man allerdings vergebens.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Latter Days

Mit Latter Days präsentiert Regisseur C. Jay Cox, der schon das Drehbuch zu Sweet Home Alabama (2002) verfasste, sein Spielfilmdebüt in Form einer tragikomischen Liebesgeschichte. Nachdem Filme mit schwulen Inhalten zum Großteil eher aus der Kunstecke kommen und kommerzielle Erfolge wie The Birdcage (1996) oder (T)raumschiff Surprise (2004) hauptsächlich aus slapstickhaftem Rumgeblödel bestehen, vermisst man so etwas wie ein qualitativ hochwertiges Mainstreamkino für Schwule. Latter Days bietet eine perfekte Mischung aus Humor, Drama, Pathos und Sex und erfüllt damit alle Anforderungen um diese Lücke zu schließen, weil er sowohl leicht zugänglich als auch allgemeingültig ist und deshalb zu so etwas wie dem Pretty Woman für Schwule werden könnte.