Sonntag, 30. Oktober 2011

Die Konsequenz

Der 1977 in schwarz/weiss gedrehte Film des damals noch wenig bekannten Regisseurs Wolfgang Petersen, sorgte bei seiner Erstausstrahlung im Deutschen Fernsehen für grosses Aufsehen: Zu einer Zeit, in welcher der §175 des Deutschen Strafgesetzbuches homosexuelle Handlungen noch unter Strafe stellte, fühlte sich der Bayerische Rundfunk einmal mehr berufen seinem Publikum vorzuschreiben was es sehen darf, und klinkte sich aus dem gemeinsamen ARD-Programm aus. Produziert wurde Die Konsequenz von Bernd Eichinger nach dem gleichnamigen, autobiografischen Roman des Schweizer Schriftstellers und Schauspielers Alexander Ziegler, der auch am Drehbuch mitarbeitete. Die Konsequenz erhielt 1977 den Adolf-Grimme-Preis und 1978 den Deutschen Kritikerpreis.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Love of Siam - Rak Haeng Sayam (OmU)

The Love of Siam könnte eine ganz normale Teenager-Lovestory sein. Aber er ist mehr! Er ist ein kleines Familienepos, das zeigt, wie sehr der Verlust eines Kindes eine Familie zerrütten kann, ein tiefgründiges Drama über die Bedeutung von Freundschaft, Liebe und Verlust, und einer der schönsten schwulen Coming-of-Age-Filme, die je gedreht wurden. Dem Vergleich mit Coming-out-Klassikern wie „Beautiful Thing“ oder „Sebastian“ hält das thailändische Drama locker Stand. Dass hier aber eine Liebesbeziehung zwischen zwei Jungen in den Mittelpunkt eines Films gestellt wird ist schon außergewöhnlich. Bemerkens- wert, dass gerade ein asiatischer Film demonstrieren muss, wie man ein Thema groß ins Kino bringt, das sich bei uns nur in Form der Quotenschwuchtel in drittklassigen TV-Soaps an ein breiteres Publikum wendet. 


Samstag, 22. Oktober 2011

Coming Out

Viele Jahre musste DDR-Regisseur Heiner Carow die DEFA bearbeiten, bis ihm Ende der 80er erlaubt wurde, das mutige Filmprojekt zu realisieren. Carows Film ist der einzige Film der DDR, der eine homosexuelle Geschichte erzählt. Zudem ist die Premiere von "Coming Out" geschichtsträchtig: diese fand im Kino International am 09.11.1989 statt, und die Premierenfeier wurde unterbrochen, um den Fall der Berliner Mauer zu verkünden. Der Realismus des Films besteht auch darin, dass die nackten Männerkörper zärtlich beieinander liegen und die Kamera ohne Scham auf ihnen verweilt. Was heutzutage kaum erwähnenswert scheint, war unter den Umständen in der DDR bemerkenswert. Zudem bietet der Film einen guten Einblick in die lebhafte schwule Szene Ostberlins durch den Dreh in der seit 2000 geschlossenen Bar Zum Burgfrieden.


Montag, 17. Oktober 2011

Bangkok Love Story (OmU)

Kameramann Tiwa Moeithaisong erhielt bei den „Thailändischen Oscars“ die Auszeichnung in der Kategorie „beste Kamera“. Es ist schier unglaublich welch künstlerisch eindrucksvollen Bilder dieser Mann einfängt. Man ist geradezu berauscht von der Farbwahl und den wundervollen Momentaufnahmen. In Thailand war die Zensurbehörde nicht besonders angetan davon, dass Itt, eine der beiden Hauptfiguren, im ersten Drehbuch- entwurf als Polizist deklariert war - schwule Polizisten darf es im Königreich wohl nicht geben. Der fertige Film lässt daher Itts berufliche Bindung zur Justiz im dunkeln. Bangkok Love Story gilt als Revolution des thailändischen Kinos, da sich dort schwules Kino bisher nicht durchsetzte. Bei den Thailand National Film Association Awards erhielt dieser Film 3 Auszeichnungen (Beste Kamera, bestes Drehbuch, bester Ton)


Montag, 3. Oktober 2011

Brokeback Mountain

Brokeback Mountain spielt zwar im Cowboy-Milieu, ist aber kein Western im üblichen Sinne. Vielmehr beginnt das gefühlvolle Drama um die letztlich unerfüllt bleibende homoerotische Romanze zweier Schafhirten in den 1960er Jahren und erstreckt sich über rund 20 Jahre. In den USA hat der Film besonders viel Aufsehen erregt. Bei den im Januar 2006 verliehenen Golden Globe Awards war der Film geradezu der Abräumer (bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch und bester Filmsong). Für sein Filmprojekt musste Regisseur Ang Lee hart kämpfen. Zunächst wurde Brokeback Mountain, als eigentlich sicherer Kandidat aus dem Filmfestival in Cannes ausgeschlossen. Dann folgte eine empörte Welle von Protesten in den USA, und alles nur wegen eines Plots, der in einer aufgeklärten Welt eigentlich keinen Gesellschaftszorn mehr erregen sollte.