Donnerstag, 28. Juni 2012

Le Fil - Die Spur unserer Sehnsucht (OmU)

Auch wenn die Homosexualität Maliks im Mittelpunkt steht, geht es in dem Film von Regisseur Mehdi Ben Attia nicht allein um die Selbstfindung in der gleichgeschlechtlichen Liebe. Viel mehr ist „Le Fil“ ein Werk über das gesamte Leben mit seinen Problemen. Optisch wählte Mehdi Ben Attia bewusst matt gehaltene Farben. So wird grundsätzlich eine beklemmende Atmosphäre gezeugt, die aber auch in den richtigen Szenen aufbricht. So gelingt es „Le Fil“ beispielsweise auch zwischen all den Konflikten nicht die schönen Momente komplett auszuklammern, etwa wenn Malik und Bilal zusammen am Strand liegen. Um eine verstärkte Nähe zu der Handlung mit ihren Protagonisten aufzubauen, setzt Ben Attia stellenweise eine bewusst wackelige Handkamera ein.


Donnerstag, 21. Juni 2012

Der talentierte Mr. Ripley

Wenn die Verfilmung eines Romans von Patricia Highsmith ansteht, steigt bei den Freunden der gepflegten Unmoral der Blutdruck. Vor allem, wenn ihr berühmtestes Werk von 1955, mit Staraufgebot umgesetzt wird. Dass sich Regisseur Anthony Minghella nach seinem Oscar-Abräumer "Der englische Patient" an diese Geschichte wagte, bezeichnet der Filmemacher selbst als "eine perverse Wahl". Insgesamt ist Minghella ein perfekt durchgestylter Psycho-Thriller gelungen, der dank seiner flirrenden Atmospäre vor der großartigen Kulisse Italiens durchweg fesseln und begeistern kann. Großes Kino mit eigentlich geringem Aufwand inszeniert, so kostete "Der talentierte Mr Ripley" nur 40 Millionen Dollar, wobei er allein in den USA schon mehr als das doppelte eingespielt hat. Ein Fest für Geist und Auge.


Freitag, 15. Juni 2012

Faustrecht der Freiheit

Für „Faustrecht der Freiheit“ arbeitete Fassbinder außer mit seinem gewohnten Schauspielerteam zudem mit einigen populäreren Darstellern der Zeit (Karlheinz Böhm, Adrian Hoven, Ulla Jacobsson, Walter Sedlmayr, Brigitte Mira etc.) zusammen. In gewisser Weise stehen sie sich wie die „Proletarier“ und die „Bürgerlichen“ des Films gegenüber. „Faustrecht der Freiheit“ dürfte der am stärksten von seinem großen Vorbild Douglas Sirk geprägte Film Fassbinders sein und kennzeichnet eine beeindruckende und bis heute von kaum einem anderen Filmemacher wieder erreichte Selbstverständlichkeit im Umgang mit Homosexualität. Die neu gewonnene Leichtigkeit hat es Fassbinder ermöglicht, die Beziehung zwischen Franz und Eugen ganz von Fragen nach Homo- oder Heterosexualität zu lösen.


Montag, 11. Juni 2012

Boat Trip

Nach seinem chaotischen Trip in "Snow Dogs" begeistert Oscar-Preisträger Cuba Gooding Jr. nun seine Fans unter der Regie von Mort Nathan mit einer turbulenten Reise ganz anderer Art. In der haarsträubenden Liebes-Klamotte, die kein Schwulenklischee auslässt, gibt er zusammen mit Horatio Sanz deftige Sex-Zoten zum Besten. Dass Hauptdarsteller Cuba Gooding jr. auch charakterstarke Rollen spielen kann, hat er bereits bewiesen. Hier darf man sich köstlich über den Mimen amüsieren, auch wenn seine Figur manchmal Dinge tut, die nicht einmal ansatzweise nachvollziehbar sind. "Boat Trip" gehört sicher nicht zu den Top-Komödien, bietet aber im Rahmen seiner leichten Kost durchaus unterhaltsame Momente. Besonders Roger Moore als "geiler, alter Bock" liefert eine äußerst amüsante Performance ab.