Sonntag, 26. August 2012

3-Day Weekend

"3-Day Weekend" erzählt gleich mehrere Geschichten ineinander. Dass das funktioniert, ist vor allem Regisseur und Drehbuchautor Rob Williams zu verdanken, der es versteht, seine vielschichtige Geschichte gekonnt zu erzählen, ohne dass ein Erzählstrang zu kurz kommt. Eine anerkennenwerte und nicht zu unterschätzende Leistung, denn viele Geschichten parallel zu erzählen ist in der Theorie vielleicht noch einfach, die Umsetzung muss am Ende jedoch stimmig sein, was zu allererst im Kopf des Regisseurs stattfindet. In "3-Day Weekend" findet sich nahezu jeder Beziehungsaspekt wieder: Liebe, Frust, Treue, Verlust, AIDS,... So kann aus dieser Geschichte jeder genau das mitnehmen, was für ihn im Leben am Wichtigsten erscheint.


Sonntag, 19. August 2012

The Conrad Boys (OmU)

Der charismatische Hauptdarsteller, Regisseur, Produzent, Cutter und Drehbuchautor Justin Lo (Charlie) hat mit "The Conrad Boys" einen wundervollen, bewegenden Film geschaffen. Das Debüt des Amerikaners ist ebenso eindrucksvoll, wie authentisch geworden. Die schauspielerichen Leistungen von Justin Lo überzeugen ebenso wie die seines Filmpartners Boo Boo Stewart (Jordan). Auch die Geschichte ist ergreifend, die Bilder mit sicherer Hand eingefangen und die Handlung konsequent und kurzweilig erzählt. Schwulsein ist hier kein Problem, sondern akzeptiert und wird als selbstverständlich behandelt. The Conrad Boys ist letztendlich berührendes und überzeugendes, schwules Kino geworden und lief auf zahlreichen Filmfestivals, u.a. auf dem Gay & Lesbian Film Festival San Francisco, Philadelphia und in New York.

Mittwoch, 15. August 2012

Breakfast on Pluto

"Breakfast on Pluto" ist Neil Jordans brillante Verfilmung des gleichnamigen Romans von Patrick McCabe aus dem Jahr 1998. In über dreißig Kapiteln erzählt Jordan die Geschichte des Transvestiten Patrick „Kitten“ Braden, - genial gespielt von Cillian Murphy - der 1958 in dem erzkatholischen, nordirischen Städtchen Tyreelin zur Welt kam, und der fortan stetig darum kämpfte, er selbst sein zu dürfen. Unter die bunten Bilder und Kostüme der Glam-Rock-Zeit mischt Jordan dann noch einige politische Statements gegen den brutalen Krieg der Nordiren und nette Popsongs wie "Sugar Baby Love" von den Rubettes, "You're such a Good Looking Woman" von Joe Dolan oder das Titel gebende "Breakfast on Pluto" von Don Partridge. Die Melange aus Anzüglichkeit, Politik und Pop verspricht vergnügliche Unterhaltung.

Dienstag, 14. August 2012

Antonios Geheimnis (OmU)

Antonios Geheimnis spielt in den Straßen von Marikina City auf den Philippinen, und ist ein stimmungsvoll in sehr authentischen Kulissen gedrehtes Low-Budget-Beziehungsdrama. Die Darsteller wurden größtenteils von der Straße gecastet, spielen ihre Rollen jedoch durchweg sehr überzeugend. Kenjie Garcia, der hier den jungen Antonio spielt, hat anschließend im aufstrebenden Filmmarkt der Philippinen etwas Fuß gefasst.  In atmosphärisch dichten Bildern zeigt der Film das (homo)sexuelle Erwachen des 15-jährigen Antonio. Obwohl der Film einige überaus freizügige Sequenzen enthält - so sieht man in einer Szene Antonio onanieren während er den Slip seines Onkels Jonbert übers Gesicht zieht - wirkt der Film nie schmuddelig oder gar pornographisch. Für eine Produktion aus einem erzkatholischen Land bemerkenswert freizügig.

Sonntag, 5. August 2012

Der schönste Tag in meinem Leben


Auf den ersten Blick bilden sie eine vollkommen normale Familie: Großmutter Irene, deren Töchter Sara und Rita sowie Saras Sohn Claudio. Die Frauen sorgen sich ständig um Claudios sexuelle Orientierung, was ihre eigenen Probleme mit der Männerwelt nur noch verstärkt. Voller Zärtlichkeit und Wärme wirft die Regisseurin Cristina Comecini, Tochter des bekannten Filmemachers Luigi Comencini, einen behutsamen und verständnisvollen Blick auf eine typische italienische Großfamilie, die voller Fehler, Schwächen und uneingestandener Begierden und trotzdem unglaublich sympathisch ist. Christina Comencini ist es gelungen, nicht die Familie an sich zum Zentrum ihres Filmes zu machen, sondern deren Gefühle: Liebe, Treue, Zärtlichkeit, Begierde. Sie durchleuchtet das Innenleben ihrer Figuren, stellt sie aber nicht bloß.