Mittwoch, 26. Dezember 2012

The Boys Of St. Vinvent - Schrei nach Hilfe (Teil1)

Der kanadische TV-Zweiteiler ist inspiriert von einem wahren Fall. In einer beklemmenden Darstellung werden die Mechanismen aufgezeigt, wie die Allmacht der Kirche zusammenwirkt mit der krankhaften Verirrung der dort Freiraum findenden Triebtäter und der Hilflosigkeit der ihnen ausgelieferten Kinder. Der mehrfach ausgezeichnete Film behandelt das leider sehr aktuelle Thema um die Misshandlung von Schutzbefohlenen hinter den dicken Mauern von Kircheneinrichtungen. Regisseur John N. Smith hat die Geschichte sehr sensibel in Szene gesetzt und ein beängstigendes Psychogramm des Täters zusammengestellt. In schwer zu ertragenden Szenen wird der Zuschauer mit den Grausamkeiten konfrontiert, die dem kleinen Kevin durch Bruder Lavin angetan werden. Entstanden ist ein beklemmender TV-Zweiteiler, der keinen Zuschauer kalt lässt.



Sonntag, 16. Dezember 2012

The Houseboy - Drei sind zwei zuviel (OmU)

"The Houseboy" ist eine Very-Low-Budget-Produktion, die sich authentisch und realitätsnah auch mit dem Thema Einsamkeit und Depression eines homosexuellen, jungen Mannes auseinandersetzt. Der Indie-Streifen spielt bezeichnender Weise ausgerechnet in der Weihnachtszeit. Erzählt wird die Geschichte eines Jungen Mannes, der als "Spielzeug" eines langjährigen schwulen Paares von seinen Liebhabern über Weihnachten in deren Wohnung als Housesitter zurückgelassen wird. Entstanden ist eine liebenswerte, warmherzige Geschichte, welche die Suche des jungen Mannes nach Freundschaft und Nähe erzählt. Die jungen, unverbrauchten Darsteller liefern einige für die Altersfreigeabe ungewöhnlich freizügige Szenen, letztendlich ist "The Houseboy" aber doch ein Film, der durch seine Realitätsnähe zu Herzen geht.



Dienstag, 4. Dezember 2012

Permanent Residence (OmU)

Mit dem autobiographisch gefärbten Film "Permanent Residence" lotet Regisseur Scud (alias Danny Cheng Wan-Cheung) die Beziehung zwischen einem Homosexuellen und einem Hetero aus. Die beiden heissen Windson und Ivan, oder chinesisch Wind und Wolke. Ivan ist Scuds Alter Ego und wird vom heterosexuellen Newcomer Sean Li verkörpert. Die beiden Hauptdarsteller präsentieren sich hüllenlos von vorne - etwas, was im Hongkong-Kino nicht gerade alltäglich ist. Doch nackte Männer alleine machen freilich noch keinen Film. Im Zentrum steht vielmehr die einseitige Liebe des einen und die neckische Freundschaft des anderen. Daraus entsteht Verlangen und homoerotisches Knistern. Zudem sorgt diese Körperlichkeit dafür, dass "Permanent Residence" von Beginn weg einen narzisstischen Unterton hat.