Samstag, 23. Februar 2013

Ich, Tomek

"Ich, Tomek" skizziert unspektakulär aber kompromisslos die Geschichte eines Jugendlichen, der von seinen Bezugspersonen ignoriert, eine Karriere vom Stricher zum Kriminellen durchläuft. Regisseur Robert Glinski erzählt die Entwicklung von Tomek, dem aufgeweckten Sternenkucker, zum Swinka, einem Schweinchen – Umgangssprache für jemanden, der sich verkauft – vielleicht ein wenig zu rasant. Vor allem den Part, in dem Tomek selbst zum korrupten Zuhälter wird. Filip Garbacz, der den Tomek mimt, fängt das geballte Tempo jedoch beachtlich ab, mit seiner eindringlichen und doch sehr zurückhaltenden Darstellung eines unschuldigen, 14-jährigen Grünschnabels mit zu viel Gel in den Haaren, der innerlich zerbricht und dadurch vom Verratenen zum Verräter wird.


Donnerstag, 14. Februar 2013

The Stranger In Us (OmU)

Regiseur Scott Boswell erzählt mit diesem Film eine Geschichte über ausgelebte Sexualität, Großstadteinsamkeit und das Loslassen von Partnerschaften, die nur zur Verdammnis taugen. Jeder will raus, alle wollen geliebt werden. So simpel, so gut – Boswell erzählt authentisch, hat gute Darsteller gefunden und zeichnet seine Figuren nicht schwarzweiß. Anthony, der Nachwuchsschriftsteller, nervt anfangs durch seine Schwäche, aber er macht eine Entwicklung durch. Der hübsche Stricher Gavin tritt eher einen Gang zurück am Ende, was man schade finden kann, vielleicht hätten die beiden auch... Aber genau diese Flüchtigkeit ist es, die Boswells Debüt so greifbar, so glaubwürdig macht. Das Glück liegt längst nicht mehr auf der Straße. Oder wie Gavin es so bewegend erkennt: „Man muß sich so verdammt viel selbst beibringen!“