Samstag, 30. März 2013

Das Ende des Regenbogens

Der 1979 als Debütfilm entstandene Film „Das Ende des Regenbogens“ von Uwe Friessner überzeugt durch seine raue und realistische Story. Das Milieu wird eindringlich und ohne allzu viele Klischees geschildert und auch, wenn einige Dinge durch den zeitlichen Abstand betrachtet, etwas lächerlich wirken, so hat der Film wenig von seiner Aktualität verloren. Der Film ist mit Schauspielern wie Heinz Hoenig und Udo Samel sehr gut besetzt, insbesondere der junge Thomas Kufahl glänzt in seiner Rolle als Stricher Jimmi, und verleiht dem Film eine schier unglaubliche Authentizität. Zudem gibt die schnörkellose Kameraführung und die geradlinige Inszenierung dem Film einen dezenten Dokumentar-Hauch, der sich aber niemals auf die cineastische Qualität auswirkt, sondern eher noch die eindringliche Wirkung des Films verstärkt.

Donnerstag, 21. März 2013

Get Real - Von Mann zu Mann

Get Real ist ein britisches Coming-Out-Drama aus den späten 90ern. Wenn man bedenkt, daß Schwule in England bis vor einigen Jahren ins Gefängnis wandern konnten, gewinnt Regisseur Simon Shores Debutfilm über das sexuelle Erwachen des 16jährigen Steven noch mehr Gewicht, als durch die hochsensible, ernsthafte, kluge und bei allem Anliegen humorvolle Erzählweise selbst schon gegeben ist. Shores streng funktionale Inszenierung, die den hervorragenden jungen Schauspielern Raum für die Ausschöpfung ihres darstellerischen Potentials läßt, überwindet dabei weitgehend die Beschränkungen des zugrundeliegenden Theaterstücks von Patrick White. Für aufgeschlossene Programmkinos dürfte die Story um Selbstfindung und Selbstachtung, Würde und Toleranz ein Film nach Maß sein.