Dienstag, 30. Juli 2013

My Private Idaho - Das Ende der Unschuld

Die damals -1991- angesagtesten Jungstars Hollywoods standen vor der Kamera: River Phoenix und Keanu Reeves spielen zwei Stricher, die auf ihrem ausgesprochen kurvigen Lebensweg Freunde werden und das Abenteuer suchen. In kühler Ästhetik wird hier mit den Moralvorstellungen des puritanischen Amerikas aufgeräumt. Die Figuren in "My Private Idaho" sind fast komplett perverse Biedermänner und die schmutzigen Helden sind unschuldig. Allen Konventionen zum Trotz inszeniert Van Sant seinen Film nach europäischen Strickmustern, mit hartem Realismus durchsetzt und Amerika als gefühllosen Sumpf darstellend, in dem es kaum Überlebenschancen gibt. Trotz des skandalträchtigen Stoffes war der Film sowohl in Europa wie in den USA ein großer Erfolg.


Sonntag, 28. Juli 2013

Another Country

"Another Country" ist anspruchsvollen Cineasten zu empfehlen, die sich auf gesteigertes Problemkino verstehen. Nicht umsonst wurde der Film 1984 in Cannes als "Bester künstlerischer Beitrag" ausgezeichnet. Tatsächlich fällt die Inszenierung ins Auge: Beinahe jedes Bild ist in einen goldenen Schimmer getaucht und verleiht der Szenerie der Elite-Schule Eton eine beinah übernatürliche Atmosphäre. Die Story beherbergt in ihrem Kern ein zeitloses Stück über die Ignoranz und Selbstgefälligkeit der herrschenden Elite-Gemeinschaft und der snobistischen Erziehung, die ihre Tür vor all jenen verschließt, die anders sind als sie. Als Schauspieler agieren einige Stars, die bei der Entstehung des Films noch weitgehend unentdeckt waren, so auch Rupert Everett in seiner ersten Hauptrolle.