Samstag, 31. August 2013

Privatunterricht (Elève libre)

Mit „Privatunterricht“ ist dem belgischen Regisseur Joachim Lafosse ein ebenso außergewöhnliches wie verstörendes Drama gelungen. Ein Drama über die naiv-neugierige Unbedarftheit eines Teenagers, über die Verunsicherung und Desorientierung in der Pubertät und über enttäuschtes und ausgenutztes Vertrauen. Ein Film, der letztendlich unangenehme Fragen aufwirft: Wann wird sexuelle Aufklärung peinlich und beschämend? Wie weit darf Vertrauen gehen? Wo liegt die Grenze zwischen Aufklärung und Verführung? Und wann wird aus Verführung Missbrauch? In ruhigem Erzählstil startet der Film komödiantisch, lässt einen amüsiert schmunzeln, wenn sich Jonas’ erwachsene Freunde, ungeniert beim Abendessen plaudernd, mit seiner erwachenden Sexualität auseinandersetzen.


Samstag, 24. August 2013

BOY (OmU)

Mit einfachen Mitteln liebevoll inszeniert zeichnet Regisseur Auraeus Solito eindrücklich Portraits seiner Figuren, die in einem Spannungsfeld von Korruption, Armut und Sexualität ihren Weg suchen. Der Film ist süß, ein wenig harmlos, aber ein interessanter Blick in die philippinische Gegenwart. Jeder versucht durchzukommen, viele Jungs schaffen an – wie Aries. Wobei man sich schon fragt, was der hübsche Boy an dem Knaben eigentlich findet, denn Aries sieht aus wie ein ungeduschter Taschendieb. Ein schönes, auch witziges Gegengewicht bilden da die Gedichte Boys, die er in einem Literatenzirkel rezitiert: Hier fährt er eine Lyrik auf, die sich mit seiner neu entdeckten Körperlichkeit beschäftigt, oder ein Gedicht mit dem Titel „Boy“ – ganz ichbezogen und wortakrobatisch.