Dienstag, 27. Mai 2014

Der Fremde am See

Dass Regisseur Alain Guiraudie selbst homosexuell ist merkt man diesem Film deutlich an. Auch wenn die meist statischen Bilder streng komponiert sind, ist „Der Fremde an See“ in seiner Beschreibung schwulen Lebens und vor allem schwulem Balzverhalten in einem Maße authentisch, wie man es nur selten gesehen hat. Ganz beiläufig inszeniert Guiraudie Blicke, das Abchecken von Neuankömmlingen, das Cruisen im angrenzenden Waldstück. So natürlich ist die gezeigte Nacktheit, dass selbst kurze explizite Sexszenen in keiner Weise voyeuristisch oder plakativ wirken. Die Ähnlichkeiten zu Williams Friedkins legendärem Al-Pacino-Thriller „Cruising“, der wegen seiner Verknüpfung von Sex und Mord höchst umstritten war, sind sicher nicht zufällig.