Freitag, 31. Juli 2015

Ich fühl mich Disco

Schauspieler und Regisseur Axel Ranisch bringt mit seinen Filmen ein wenig Anarchie und Verspieltheit in die deutsche Filmlandschaft. "Ich fühl mich Disco" ist eine Ode an die heilende Kraft der Fantasie, die sich vor allem durch ihren Hang zum Trashigen und Dilettantischen auszeichnet. Ranisch versteht seine autobiographisch gefärbte Tragikomödie als eine Liebeserklärung an die eigene Jugend, seine Heimat Lichtenberg und an seinen Vater. Das ungleiche Vater-Sohn-Gespann, das sich nach dem Unfall der Mutter zusammenraufen und gegenseitig Halt geben muss, bestimmt den Film. Kein Zufall also, dass Hauptdarsteller Frithjof Gawenda wie ein jugendliches Alter Ego des Regisseurs wirkt. Ranisch – nach eigenen Angaben selbst dickes und schwules Kind zweier Leistungssportler – erzählt seine Geschichte auf eigenwillige Weise und voller abstruser und berührender Szenen. Den wilden Trash-Elementen ist es wohl zu verdanken, dass sie so unverbraucht daherkommt.