Montag, 31. August 2015

Ich bin das Glück dieser Erde

Der mexikanische Regisseur Julián Hernández ist bekannt für die außergewöhnlich ästhetische Bildgestaltung seiner Filme, in denen es stets um Homosexuelle und ihr Leben geht. In diesem Film erzählt er in gewohnt kunstvoller Bildsprache von der Beziehung zwischen einem Balletttänzer Oktavio und dem Filmemacher Emiliano. Immer wieder stellt Hernández den Tänzer und dessen geschmeidige Bewegungen ins Zentrum seines Films. Schier endlos verharrt die Kamera auf dessen Körper und lässt Bilder voller Poesie entstehen. Gleichzeitig ist das Auge der Kamera auch das Auge des Regisseurs, dessen Alter Ego im Film alles andere als sympathisch erscheint, ein eher gefühlskalter Kontrollfreak, der selbst beim Sex innerlich distanziert bleibt. Sein „Glück“ findet Emiliano bevorzugt auf käuflicher Ebene: Alkohol, Drogen und Stricher. Letztere nimmt er heimlich auf, während er mit ihnen Sex hat und onaniert später beim Betrachten dieser Filme, in denen er selbst der Hauptdarsteller ist: