Samstag, 13. September 2014

Oben ist es still

Regisseurin und Drehbuchautorin Nanouk Leopold erzählt mit der Verfilmung des gleichnamigen internationalen Bestsellers von Gerbrand Bakker, der sich in Deutschland über 70 000 Mal verkaufte, von emotionalen Verwerfungen. Das Unausgesprochene und das Angedeutete drückt sich in minimaler Gestik und verlorenen Blicken aus. Die Regisseurin fokussiert sich auf das überschaubare Universum der Hauptfigur, die Alltagskleinigkeiten. Die seltenen Dialoge kommen auf den Punkt, selbst wenn sie fragmentarisch bleiben. Der Film verlangt seinem Publikum viel ab, tröstlich ist er nicht einmal ansatzweise, sondern eine nahezu nihilistische Darstellung überwältigender Hoffnungslosigkeit – und eine atmosphärisch verdammt intensive Kinoerfahrung.