Sonntag, 28. April 2013

Hamam - Das türkische Bad

Regisseur Ferzan Ozpetek schafft mit seinen atmosphärischen Bildern der türkischen Hauptstadt und gutem Gespür für die Besetzung der Rollen eine anziehende Geschichte von der Entdeckung des Zustandes persönlichen Glücks. Er erzählt von dem sich-Zeit-nehmen, dabei sein eigenes Tempo zu finden und sich von einer Gemeinschaft auffangen zu lassen. Das sensible, detailgenaue Drama handelt zum einen vom Zusammenprall zweier Kulturen, zum anderen vom sexuellen Erwachen eines italienischen Karrieristen. Vor dem Hintergrund der Millionenmetropole Istanbul entsteht so ein mysteriöses, emotionsgeladenes Porträt einer für westliche Augen fremdartigen Welt. Ein auch optisch überzeugendes Film-Juwel, das Cineasten begeistert annehmen werden.

Samstag, 20. April 2013

Frühstück mit Scot

„Frühstück mit Scot“ ist ein warmherziger Film über emotionale Bindungen und den Umgang mit der eigenen Identität, wo die Charaktere bei einigen Wendungen eine lehrreiche Entwicklung durchmachen. Die Geschichte vom unverhofften Neuzugang, der eine Familie auf den Kopf stellt und schließlich doch ins Herz geschlossen wird, ist alles andere als neu, besticht aber durch die eher ungewohnte Verlagerung in die homosexuelle Sparte. Eine Sensation und eine Kontroverse war es, als Toronto Maple Leafs, der größte Eishockeyverein Kanadas, 2006 als erster Ligasportclub überhaupt einer Filmproduktion mit homosexueller Thematik erlaubte, das Vereinslogo, die Trikots und einiges anderes zu benutzen. Überaus erfrischend ist Jungdarsteller Noah Bernett, der den verzauberten Scot absolut hinreißend spielt.

Samstag, 13. April 2013

Die Abenteuer des Sebastian Cole

"Die Abenteuer des Sebastian Cole" ist eine gut beobachtete, stimmungsvolle Coming-of-Age-Tragikomödie der ambitionierten Sorte. Regisseur Tod Williams beschreibt in seiner Geschichte die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens, wenn elterliche Vorbilder fehlen und sonstige Identifikationsfiguren auch nur begrenzt vorhanden sind. Dass der Film so gut funktioniert liegt neben der soliden Inszenierung und der ungewöhnlichen Geschichte vor allem an den beiden charismatischen Hauptdarstellern, Adrian Grenier als Sebastian und Clark Gregg als Hank Alias Henrietta. Adrian Grenier verkörpert den sensiblen Schüler mit Leib und Seele, immer sympathisch und nachvollziehbar. Auch Clark Gregg bringt seine Rolle mit viel Gefühl auf die Leinwand und überzeugt sowohl als Mann, wie auch als Frau.