Samstag, 31. März 2012

Lucky Bastard (OmU)

Lucky Bastard ist eine kribbelnde, sinnliche und aufreizende Erkundung jugendlicher Indiskretionen, lüsterner Hingabe und des hohen Preises körperlicher Anziehung. Gefühle und Fallen, die jeder kennt, der schon einmal aus den richtigen Gründen in den falschen Typen verknallt war. Die Geschichte einer leidenschaftlichen Beziehung inmitten von Hinterzimmer-Bars und billig-schäbigen Motelzimmern des modernen Los Angeles. Die miese Rolle des drogenabhängigen Denny ist vom Darsteller recht überzeugend umgesetzt. Insgeheim zieht man Parallelen, wann und wo man schon einmal mit ähnlichen Charakteren zu tun hatte und wohlmöglich selber auf sie hereingefallen ist. Die anfängliche Naivität von Rusty tut manchmal schon weh, ist aber aufgrund seines Verliebtseins ein gutes Stück auch nachvollziehbar.

Dienstag, 27. März 2012

Cachorro - Der Club der Bären

Miguel Albaladejos freche Tragikomödie Cachorro ist ein durchaus gelungener und unterhaltsamer Film über die Nöte einer unverhofften Vaterschaft und die mannigfaltigen Probleme, die dies mit sich bringt. Während der Großteil von Cachorro von einer sehr humorvollen Note geprägt ist, werden zunehmend auch die ernsten Aspekte des Lebens wie Krankheit und Tod angesprochen. Albaladejo betont jedoch nicht die tragische Komponente dieser Themen, sondern stellt sie als notwendigen Teil des Lebens dar, wodurch sie sich in die lebensbejahende Gesamtwirkung des Films einfügen. Auf zahlreichen internationalen Filmfestivals ausgezeichnet und nominiert, sorgt diese herzerfrischende Generationenkomödie nicht nur beim homosexuellen Publikum für beste Laune.

Mittwoch, 21. März 2012

Du sollst nicht lieben - Eyes Wide Open

"Du sollst nicht lieben" ist dabei ein Film, der die ganze Welt angeht, vor allem aber wohl die meisten (wenn nicht gar alle) Religionen: die Ausgrenzung von Andersdenkenden und -liebenden wird gerade in einem streng religiösen Umfeld auch heute noch weltweit praktiziert. Regisseur Haim Tabakman erzählt dieses Drama in strengen, kühlen Bildern von großer Schönheit. Lange, stumme Blicke, Schattenwürfe an der Wand, Treppen ins Nichts, die Enge der Gassen, in denen sich Gewalt anstaut. Die traumhaften Bilder entstehen durch eine strenge Stilisierung. Alles Zufällige in den Kulissen lässt der Film weg. Der Regisseur dirigiert durch spärliche Kulissen eine ganze Reihe hervorragender Schauspieler, die das Handwerk kleiner Gesten und vielsagender Blicke verstehen.

Montag, 19. März 2012

The Fruit Machine - Rendezvous mit einem Killer

Nachdem „The Fruit Machine“ 1988 in den Kinos lief und in den frühen 90ern auf VHS veröffentlicht wurde, verschwand der Thriller über ein Jahrzehnt von der Bildfläche. Erst 2009 bekam der Film die Chance sich neu zu beweisen und hat seitdem Kultstatus erreicht. Einem bestimmten Genre lässt sich der Film kaum zuweisen, er ist von allem etwas: Satire, Coming out, Coming of Age, Roadmovie, Sozialdrama, Lovestory und Thriller.  Getragen vom suggestiven Synthesizer-Soundtrack von Oscar-Preisträger Hans Zimmer wird der Cocktail aller Zutaten kräftig geschüttelt und trocken serviert, Auf jeden Fall ist The Fruit Machine eine Sternstunde des schwulen Kinos, pfiffig, stylish, verrückt - und unverschämt liebenswert, so wie seine beiden jungen Helden, ein Traumpaar der Kinogeschichte.